Unsicherheit und flexibles Denken — Wohlbefinden, 14–17 Jahre
Nicht zu wissen, was passieren wird, kann sich unsicher anfühlen, auch wenn keine Gefahr besteht. Flexibles Denken hilft, Fakten von Vermutungen zu trennen, einen vernünftigen nächsten Plan zu machen und ihn bei neuen Informationen anzupassen.
Eine Vermutung ist keine Tatsache
Unsicherheit bedeutet, dass Informationen fehlen oder die Zukunft noch nicht bekannt sein kann. Der Kopf füllt die Lücke vielleicht mit einer Vorhersage wie: „Sie antwortet nicht, also ist sie bestimmt wütend.“ Flexibles Denken bemerkt diese Vorhersage, prüft das Bekannte und lässt mehrere Erklärungen offen.
Warum Flexibilität hilft
Das Gehirn bevorzugt eine eindeutige Geschichte, weil die Welt dadurch vorhersehbarer wirkt. Dieser Abkürzung kann nützen, aber sie kann auch eine Möglichkeit in Gewissheit verwandeln und zu Vermeidung oder übereiltem Handeln führen. Flexibles Denken schützt deine Entscheidungen, ohne dass du vorher völlig ruhig sein musst.
Eine beunruhigende Vorhersage prüfen
Sam bewirbt sich für einen Kurs und erhält nach drei Tagen noch keine Antwort. Der erste Gedanke lautet: „Ich wurde abgelehnt.“ Sam notiert den Fakt: bisher keine Antwort; die Vermutung: Ablehnung; andere Erklärungen: Verzögerung, fehlende Angaben oder ein ausgelastetes Büro. Sam prüft die genannte Frist, stellt höflich eine Frage und plant eine weitere Bewerbung. Handeln ersetzt Raten.
Die Falle: erst Gewissheit verlangen
Es ist verständlich, vor einer Entscheidung eine Garantie zu wollen; Fehler können echte Folgen haben. Doch die meisten Alltagsentscheidungen liefern keine vollständigen Informationen, und auf Gewissheit zu warten, kann zur Vermeidung werden. Ein besseres Ziel ist genug Wissen für den nächsten Schritt und die Möglichkeit, die Entscheidung später zu prüfen.
Wo das hilft
Flexibles Denken hilft bei der Fächerwahl, beim Antworten auf Nachrichten, beim Planen, beim Beginn von Beziehungen und bei wechselnden Nachrichten. Es bedeutet nicht, alle Möglichkeiten für gleich wahrscheinlich zu halten oder Warnzeichen zu ignorieren. Es bedeutet, das Vertrauen an die Belege anzupassen und die Sichtweise zu ändern, wenn sich Fakten ändern.
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