Selbstmitgefühl — Wohlbefinden, 14–17 Jahre
Lerne, auf deine eigenen Fehler genauso fair zu reagieren wie auf die Fehler eines Menschen, der dir wichtig ist.
Was Selbstmitgefühl ist
Selbstmitgefühl bedeutet, deine Schwierigkeiten ernst zu nehmen, ohne dich deshalb für wertlos zu halten. Du kannst sagen: „Das habe ich schlecht gemacht“, und trotzdem denken: „Ich kann daraus lernen und es noch einmal versuchen.“ Es bedeutet nicht, Fehler schönzureden.
Warum es hilft
Das Problem ist, dass harte Selbstkritik zu einer schwierigen Situation noch Scham hinzufügt. Dann verstecken Menschen Fehler eher oder geben auf. Selbstmitgefühl entstand aus der psychologischen Forschung darüber, wie Menschen mit Leid und Misserfolg umgehen; es verbindet Verantwortung mit weniger innerem Angriff.
Ein konkretes Beispiel
Maya bekommt 42 Prozent in einer Mathearbeit. Zuerst benennt sie die Tatsache: „Diese beiden Methoden habe ich nicht verstanden.“ Dann ersetzt sie den Angriff „Ich bin dumm“ durch einen fairen Satz: „Das Ergebnis enttäuscht mich, aber die Arbeit zeigt mir etwas.“ Danach bittet sie um Erklärung und übt drei ähnliche Aufgaben.
Der häufige Denkfehler
Ein häufiger Fehler ist, Selbstmitgefühl mit niedrigeren Ansprüchen zu verwechseln. Das ist verständlich, weil beides freundlicher klingt als Kritik und manche „Ich bin nett zu mir“ benutzen, um eine nötige Aufgabe zu vermeiden. Echtes Selbstmitgefühl nimmt den Fehler ernst und hilft, ihn ohne Beleidigungen anzugehen.
Wo es vorkommt
Selbstmitgefühl kann nach einer verpassten Frist, einem Streit, einem misslungenen Vorsprechen oder einer abgelehnten Bewerbung helfen. Dabei trennst du deinen Wert vom Ereignis, überlegst, was du wiedergutmachen kannst, und gehst einen nächsten Schritt. Es ersetzt keine Entschuldigung, kein Üben und keine professionelle Hilfe, wenn diese nötig ist.
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