Soziale Normen — Soziologie, 11–13 Jahre
Wie Gruppen gemeinsame Erwartungen an Verhalten entwickeln und wie diese Erwartungen Entscheidungen im Alltag lenken.
Was eine soziale Norm ist
Eine soziale Norm ist eine ungeschriebene Vorstellung davon, wie Menschen in einer Gruppe gewöhnlich handeln oder wie andere handeln sollen. Grüßen, Warten in der Schlange oder leises Sprechen in der Bibliothek sind Beispiele. Man lernt Normen von anderen, nicht durch ein Schild für jede Situation.
Warum es Normen gibt
Gruppen brauchen gemeinsame Erwartungen, damit Menschen das Verhalten anderer einschätzen und zusammenarbeiten können. Eine Schlange funktioniert, weil die meisten akzeptieren, sich nicht vorzudrängeln. Normen entstanden aus wiederholten Lösungen für Alltagsprobleme, können aber auch ausgrenzen oder unfair sein und sich deshalb verändern.
Ein Beispiel auf dem Schulflur
Stell dir 20 Schülerinnen und Schüler vor, die gleichzeitig einen Raum verlassen. Wenn alle in eine andere Richtung gehen, stoßen sie zusammen und die Tür wird langsam. Die Norm der Schule lautet, auf einer Seite zu gehen und andere vorbeizulassen. Das ist kein Gesetz, macht den Weg aber sicherer und leichter.
Der häufige Irrtum
Man kann eine Norm leicht mit einem Gesetz verwechseln, weil beide unser Verhalten beeinflussen können. Ein Gesetz wird offiziell von einer Behörde geschaffen und durchgesetzt, eine Norm dagegen meist durch Zustimmung, Verwunderung, Spott oder Ablehnung anderer. Manche Normen wirken stark, obwohl keine Strafe droht.
Wo Normen wichtig sind
Normen begegnen dir in einer Sportmannschaft, einem Online-Chat, bei einer anderen Familie oder an einem neuen Ort. Genaues Beobachten hilft zu unterscheiden, welche Erwartungen geteilt werden und welche nur zu einer Gruppe gehören. So vermeidest du peinliche Situationen und kannst eine Norm hinterfragen, wenn sie jemandem schadet oder unfair ausschließt.
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