Soziale Normen — Soziologie, 14–17 Jahre
Wie gemeinsame Erwartungen Verhalten lenken, obwohl sie niemand aufgeschrieben hat. Soziologie, 14–17 Jahre.
Die Idee
Eine soziale Norm ist eine ungeschriebene Erwartung, wie man sich in einer Situation verhalten soll. Grüßen, Warten an der Reihe oder leises Sprechen in einer Bibliothek sind Beispiele; Gruppen können Verschiedenes erwarten.
Warum das wichtig ist
Menschen müssen die Handlungen anderer einschätzen und zusammenarbeiten können, ohne jede Kleinigkeit zu besprechen. Normen helfen dabei, können aber auch ausschließen oder ungerechte Gewohnheiten bewahren, wenn die Art einer Gruppe als einzig normal gilt.
Eine Situation untersucht
Stell dir einen Bus ohne markierte Schlange vor. Zuerst stellen sich einige Fahrgäste an die Tür, und die anderen machen es ihnen nach. Wer sich vordrängelt, erntet missbilligende Blicke, obwohl keine Regel angeschrieben ist. Die wiederholte Erwartung wird zur Norm.
Ein häufiger Denkfehler
Man kann leicht denken, eine Norm sei dasselbe wie ein Gesetz, weil beide Verhalten beeinflussen. Gesetze werden jedoch formell von Institutionen durchgesetzt, während Normen meist durch Zustimmung, Scham, Kritik oder Ausschluss wirken.
Wo es vorkommt
Normen erklären, warum ein neuer Arbeitsplatz, ein Sportteam oder eine Onlinegemeinschaft zuerst verwirrend wirken kann. Wer sie erkennt, kann fragen, ob ein Verhalten wirklich schädlich oder nur für die eigene Gruppe ungewohnt ist.
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