Öffentliche und private Räume — Soziologie, 4–6 Jahre
Manche Orte und Handlungen sind für alle; andere brauchen Erlaubnis oder Privatsphäre. Soziologie, 4–6 Jahre.
Idee
Einen öffentlichen Ort dürfen viele Menschen nutzen, etwa eine Bibliothek, einen Gehweg oder einen Spielplatz. Ein privater Ort oder Moment gehört einer Person oder einer kleinen Gruppe, etwa ein Schlafzimmer oder das Anziehen. Der Unterschied betrifft, wer eintreten, zuschauen oder etwas benutzen darf, nicht die Größe.
Warum
Menschen brauchten gemeinsame Orte zum Spielen, Reisen und Erledigen von Dingen, aber auch Zeiten und Orte, an denen sie sich sicher und unbeobachtet fühlen. Dieser Unterschied zeigt, wann man jemanden einlädt und wann man zuerst fragt. Er schützt Körper, Sachen und Ruhe, ohne jeden öffentlichen Ort als gefährlich darzustellen.
Beispiel
Joana ist auf einem öffentlichen Spielplatz. Zuerst fragt sie, ob sie die leere Schaukel benutzen darf. Dann sieht sie den Rucksack eines Kindes und öffnet ihn nicht, weil der Rucksack privat ist. Schließlich fragt sie einen Erwachsenen, bevor sie den Platz fotografiert, denn Menschen an einem öffentlichen Ort möchten vielleicht gefragt werden, bevor sie auf einem Bild erscheinen.
Ein häufiger Irrtum
Es ist verständlich zu denken: „Öffentlich heißt, alles ist erlaubt.“ Ein Spielplatz ist öffentlich, trotzdem brauchen Menschen Platz, Rücksicht und Erlaubnis, bevor jemand ihren Körper oder Rucksack berührt oder ihr Gesicht fotografiert. Öffentlich heißt, dass viele den Ort nutzen dürfen; die Grenzen jedes Menschen bleiben bestehen.
Im Alltag
Diese Idee hilft im Bus, in Geschäften, im Schwimmbad und zu Hause. Man darf einen öffentlichen Sitzplatz nutzen, sollte aber leise sprechen, vor dem Ausleihen eines privaten Spielzeugs fragen und vor einem geschlossenen Zimmer klopfen. So zeigt man: Einen Ort zu teilen heißt nicht, den Raum anderer zu vergessen.
Weiter erkunden
Andere Sprachen
MyLeoNes™ wird geladen…