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Der Zuschauereffekt — Psychologie, 11–13 Jahre

Wenn mehrere Menschen ein Problem sehen, kann sich jeder Einzelne weniger dafür verantwortlich fühlen, zu handeln.

Verantwortung kann sich verteilen

Wenn eine Person jemanden in Not sieht, ist der Handlungsbedarf klar. Wenn mehrere Menschen dasselbe sehen, wartet jeder vielleicht darauf, dass jemand anderes reagiert. Das ist der Zuschauereffekt: Andere Zeugen können die Wahrscheinlichkeit verringern, dass eine einzelne Person schnell handelt.

Warum Menschen warten

In einer unklaren Situation suchen wir Hinweise bei anderen. Wenn alle still bleiben, denkt jeder vielleicht, es sei nicht so schlimm oder jemand anderes wisse, was zu tun ist. Das spart in normalen Situationen Mühe und Peinlichkeit, kann aber Hilfe verzögern, wenn wirklich etwas passiert ist.

Eine klare Bitte äußern

Ein Schüler stürzt bei einem gut besuchten Schulspiel und scheint verletzt zu sein. Zehn Menschen schauen zu, aber niemand bewegt sich, weil jeder erwartet, dass ein anderer hilft. Du zeigst auf den Trainer und sagst: „Bitte hol einen Erwachsenen; ich bleibe bei ihm.“ Eine Person und eine Aufgabe zu nennen beendet das Warten und macht den nächsten Schritt klar.

Die Falle: „Jemand hätte geholfen“

Es ist nachvollziehbar anzunehmen, dass in einer Gruppe jemand selbstsicherer oder besser ausgebildet ist. Diese Annahme kann alle warten lassen, sodass niemand den ersten Schritt macht. Bring dich nicht in Gefahr, aber sprich, wenn es sicher ist, klar, hole einen vertrauten Erwachsenen oder rufe den örtlichen Notruf.

Wo das vorkommt

Der Zuschauereffekt kann auftreten, wenn jemand gehänselt wird, eine Person stürzt oder eine gefährliche Nachricht in einem vollen Gruppenchat geteilt wird. Das bedeutet nicht, dass Gruppen nie helfen; bei klarem Bedarf tun sie es oft. Eine konkrete Bitte führt eher zu Hilfe als ein vages „Soll doch jemand etwas tun“.

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