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Wie das Gehirn Lücken füllt — Psychologie, 7–10 Jahre

Das Gehirn kopiert die Welt nicht einfach. Es verbindet Sinneseindrücke mit dem, was es erwartet. Das ist nützlich, kann uns aber manchmal täuschen.

Das Gehirn stellt eine beste Vermutung an

Augen und Ohren senden Hinweise, aber keine vollständige Geschichte. Das Gehirn verbindet diese Hinweise mit Erfahrungen und Erwartungen und baut daraus das Bild, das wir bemerken. Meist geht das schnell und hilft uns.

Warum Lücken füllen?

Die Welt verändert sich zu schnell, als dass das Gehirn jedes Detail neu prüfen könnte. Vermuten hilft, einen Freund zu erkennen, einen halben Satz zu verstehen oder rechtzeitig einem Hindernis auszuweichen. Doch eine Vermutung kann falsch sein.

Ein Wort mit fehlenden Buchstaben

Lies dies: C_T. Zuerst sehen deine Augen zwei Buchstaben und eine Lücke. Heisst der Satz «Das Tier miaut», ergänzt das Gehirn vielleicht CAT. Heisst er «Das Fahrzeug befördert Menschen», passt CAR. Die Umgebung verändert die Vermutung.

Sehen bedeutet nicht immer prüfen

Es ist verständlich, sich sicher zu fühlen, weil man etwas klar gesehen hat. Was deutlich wirkt, erscheint wie ein direkter Beweis, doch das Gehirn kann ein Detail ergänzt oder ein bekanntes Muster erkannt haben. Noch einmal nachzusehen hilft.

Wenn Hinweise fehlen

Das hilft beim Lesen unordentlicher Handschrift, beim Zuhören in einem lauten Raum oder beim Erkennen eines Gesichts aus der Ferne. Wenn eine Entscheidung wichtig ist, sollte man prüfen, was man wirklich bemerkt hat, statt jede Vermutung für eine Tatsache zu halten.

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