Was ist Zeit? — Philosophie, 7–10 Jahre
Wir sprechen von vorher, jetzt und später, doch Zeit lässt sich schwerer festhalten als ein Spielzeug oder ein Stein. In diesem Thema fragen wir, ob Zeit vergeht, ob wir sie messen oder beides.
Idee: Zeit ordnet Veränderungen
Mit Zeit beschreiben wir Veränderungen: Aus einem Samen wird eine Pflanze, das Frühstück kommt vor dem Mittagessen, und ein Geburtstag kommt später. Uhren und Kalender geben dieser Ordnung Zahlen. Sie messen Zeit, sind aber nicht dasselbe wie die Zeit selbst.
Warum diese Frage stellen?
Menschen mussten wissen, wann sie pflanzen, reisen, sich treffen und schlafen sollten, und erfanden deshalb Vergleiche für Ereignisse. Sonnenuhren, Wasseruhren und Kalender entstanden aus diesem Problem. Die Philosophie fragt weiter: Existieren Vergangenheit und Zukunft wie die Gegenwart, und warum kann sich eine Stunde lang oder kurz anfühlen?
Beispiel: auf einen Bus warten
Der Bus soll um 8:10 Uhr kommen und kommt um 8:25 Uhr. 1. Ordne die Zeiten: zuerst 8:10, dann 8:25. 2. Zähle die Minuten: von 10 bis 20 sind es 10 Minuten, bis 25 weitere 5; die Wartezeit dauerte also 15 Minuten. 3. Sie konnte länger wirken, weil beim Warten wenig geschah.
Falle: Zeit fühlt sich immer gleich an
Eine Minute auf der Uhr dauert gleich lange, egal ob du spielst oder wartest. Es ist verständlich zu denken, die Zeit habe sich verändert, wenn sich dein Gefühl verändert, denn Langeweile und Aufregung lenken die Aufmerksamkeit anders. Der Fehler ist, gemessene und erlebte Zeit zu verwechseln: Die Uhr bleibt gleich, das Gefühl nicht.
Anwendung: Zeit mit anderen teilen
Zeit hilft einer Familie zu wissen, wann sie losgehen muss, einem Team, wann es trainiert, und einem Arzt, wann er Medizin gibt. Verschiedene Menschen können dieselbe Wartezeit unterschiedlich erleben, deshalb ermöglichen Uhren und Pläne eine gemeinsame Absprache. Sie koordinieren uns, entscheiden aber nicht, was unsere Zeit verdient.
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