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Können wir unseren Sinnen vertrauen? — Philosophie, 7–10 Jahre

Augen, Ohren und Hände liefern uns Informationen, können uns aber manchmal täuschen. In diesem Thema geht es darum, wie wir prüfen, was wahr zu sein scheint.

Idee: Sinne sind nützlich, aber nicht perfekt

Die Sinne sind wie Fenster zur Welt: Sie helfen uns zu sehen, hören, fühlen, riechen und schmecken. Doch ein Stab im Wasser kann geknickt aussehen, und ein leises Geräusch kann unbemerkt bleiben; etwas wahrzunehmen heißt nicht immer, genau zu wissen, was es ist.

Warum diese Frage stellen?

Menschen mussten schon immer entscheiden, ob ein Eindruck zuverlässig war. Eine glänzende Beere konnte lecker aussehen, aber giftig sein, und eine entfernte Form konnte wie ein Tier wirken, obwohl sie ein Busch war. Wer die Sinne überprüft, handelt nicht nur nach dem ersten Eindruck.

Beispiel: der geknickte Bleistift

1. Stelle einen Bleistift in ein Wasserglas; an der Wasseroberfläche sieht er geknickt aus. 2. Nimm ihn heraus; nun wirkt er wieder gerade. 3. Frage, welchem Anblick du vertrauen sollst. 4. Prüfe ihn durch Anfassen oder Messen. Der Bleistift war nicht geknickt: Das Wasser lenkte das Licht ab.

Falle: Sehen bedeutet, dass es wahr ist

Es ist vernünftig, den Augen zu vertrauen, denn sie helfen meist beim Überqueren der Straße oder beim Finden des Rucksacks. Der Fehler ist, jeden Anblick für die ganze Wahrheit zu halten. Entfernung, Schatten, Spiegel, Wasser und Müdigkeit können das Gesehene verändern; deshalb prüft man besser nach.

Anwendung: Eindrücke überprüfen

Das ist wichtig, wenn ein Freund sagt: „Ich habe gesehen, wie jemand deinen Bleistift nahm“, oder wenn eine Straße aus der Ferne frei aussieht. Man kann fragen, was wirklich gesehen wurde, von einem anderen Ort schauen, weitere Informationen anhören oder Belege suchen. Das hilft, beseitigt aber nicht jede Unsicherheit.

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