Was ist eine Lüge? — Philosophie, 7–10 Jahre
Eine Lüge ist mehr, als etwas Falsches zu sagen. Wir betrachten die Absicht, das Wissen der Person und die Wirkung auf jemand anderen.
Idee: Eine Lüge soll täuschen
Eine Lüge entsteht meist, wenn jemand etwas sagt, das er für falsch hält, damit eine andere Person es glaubt. „Im Garten ist ein Drache“ als Scherz ist etwas anderes, wenn alle wissen, dass es nur gespielt ist. Wichtig sind die Worte, aber auch Wissen und Absicht des Sprechers.
Warum diese Frage stellen?
Menschen denken über Lügen nach, weil Worte jemanden schützen, verletzen oder die Entscheidungen anderer verändern können. Würde man jede Aussage ungeprüft glauben, wären Betrug und Gefahr leichter. Über Lügen nachzudenken hilft, einen Irrtum, einen Scherz, ein Geheimnis und eine absichtliche Täuschung zu unterscheiden.
Beispiel: die zerbrochene Tasse
Mia zerbricht eine Tasse und sagt: „Die Katze war es“, damit ihr Elternteil ihr glaubt. 1. Sie weiß, dass der Satz falsch ist. 2. Sie sagt ihn, um die Meinung des Elternteils zu verändern. 3. Es ist weder ein Irrtum noch ein Fantasiespiel. Es ist eine Lüge, auch wenn die Tasse aus Versehen zerbrach.
Falle: Jeder falsche Satz ist eine Lüge
Diese Verwechslung ist verständlich, weil man einen Satz als wahr oder falsch prüfen kann. Ein Kind, das aber ehrlich sagt: „Das Museum ist offen“, obwohl es geschlossen ist, hat sich geirrt und nicht unbedingt gelogen. Für eine Lüge zählen auch der Glaube und die Absicht des Sprechers.
Anwendung: Eine Antwort wählen
Angenommen, ein Freund nennt für ein Treffen die falsche Uhrzeit. Bevor du ihn beschuldigst, frage, ob er die richtige Zeit kannte und warum er sie nannte. Zu Hause, online oder in der Schule hilft das, fair zu reagieren: einen Irrtum korrigieren, Ehrlichkeit verlangen oder jemanden schützen, wenn eine Information schaden könnte.
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