Erzählperspektive — Literatur, 14–17 Jahre
Dasselbe Ereignis wirkt anders, wenn eine andere Stimme es erzählt. Erfahre, wie der Erzähler steuert, was wir wissen, fühlen und bezweifeln.
Was die Erzählperspektive bewirkt
Die Erzählperspektive ist die Position, aus der eine Geschichte zu uns gelangt. Ein Ich-Erzähler bietet uns das Fenster einer Figur; ein Erzähler in der dritten Person kann einer oder mehreren Personen folgen. Die Wahl bestimmt, was sichtbar, verborgen oder unsicher bleibt.
Warum man eine Perspektive wählt
Leser müssen verstehen, was geschieht, aber vollständiges Wissen kann Spannung und Geheimnis zerstören. Deshalb begrenzen oder ordnen Schriftsteller die Informationen durch einen Erzähler. So lösen sie das Problem, viele Ereignisse und Gedanken zu einem lesbaren Erlebnis zu machen.
Beispiel: Das verräterische Herz
In Poes Das verräterische Herz behauptet der Erzähler, vernünftig zu sein, und schildert den Mord aus seinem eigenen Kopf heraus. 1: Achte auf die vielen Ich-Formen und privaten Gedanken. 2: Vergleiche seine Sicherheit mit den Geräuschen, die er hört. 3: Erkenne, dass seine Sicht begrenzt und wahrscheinlich unzuverlässig ist.
Falle: Der Erzähler ist nicht der Autor
Es ist naheliegend, eine Ich-Stimme für den Schriftsteller zu halten, weil sie persönlich klingt. Doch der Erzähler ist eine erfundene Rolle und kein Beweis für die Ansichten oder Taten des Autors. Frage zuerst, was diese Stimme weiß, will und vielleicht verbirgt.
Wo Perspektiven vorkommen
Perspektive spielt in Romanen, Erinnerungen, Filmen und Videospielen eine Rolle. Auch eine Nachricht, Zeugenaussage oder ein Beitrag in sozialen Medien zeigt nur einen Blick auf ein Ereignis. Wer diesen Blick erkennt, trennt Beobachtetes von Vermutetem, Ausgewähltem und Weggelassenem.
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