MyLeoNes™

Wenn Worte etwas tun — Sprache, 14–17 Jahre

Manche Äußerungen übermitteln nicht nur Informationen: Sie versprechen, befehlen, entschuldigen sich oder benennen etwas. Die Sprechakttheorie macht diese Handlung sichtbar.

Eine Äußerung kann eine Handlung sein

Wenn jemand sagt: „Ich entschuldige mich“, berichtet er nicht nur von einer Entschuldigung: Das Aussprechen ist die Entschuldigung. „Schließ bitte das Fenster“ fordert eine Handlung, während „Ich verspreche es“ eine Verpflichtung schafft. Bedeutung umfasst also, was der Sprecher tut.

Das Problem der verborgenen Handlungen

Wenn wir jeden Satz nur als Information behandeln, übersehen wir, wie Worte Beziehungen, Erlaubnisse und Pflichten verändern können. Sprachphilosophen untersuchten Sprechakte, weil „Die Sitzung ist eröffnet“ einen Zustand beschreiben kann, während „Hiermit eröffne ich die Sitzung“ eine offizielle Handlung vollzieht.

Ein Versprechen, Schritt für Schritt

Nehmen wir den Satz: „Ich schicke dir die Notizen heute Abend.“ Erstens beschreibt er eine zukünftige Handlung. Zweitens stellt der Sprecher sie als seine Verantwortung dar. Drittens erzeugt das Aussprechen eine Erwartung. Wenn er scherzt oder jemand anderen zitiert, ist es vielleicht kein Versprechen.

Die Falle: nur auf die Grammatik zu schauen

Es ist ein verständlicher Fehler, „Kannst du mir das Salz reichen?“ als reine Frage zu sehen, weil der Satz grammatisch so aussieht. Wörtlich fragt er nach einer Fähigkeit; beim Essen ist er meist eine höfliche Bitte. Die Grammatik liefert Hinweise, doch Situation und Zweck bestimmen den Sprechakt.

Versprechen, Erlaubnisse und Warnungen

Sprechakte spielen in Schulregeln, Verträgen, Bewerbungsgesprächen und Online-Nachrichten eine Rolle. „Du darfst eintreten“, „Ich akzeptiere die Bedingungen“ und „Vorsicht!“ erfüllen unterschiedliche soziale Aufgaben, obwohl sie kurz sind. Wer diese Aufgaben erkennt, versteht Erlaubnisse, Pflichten und Warnungen besser.

Weiter erkunden

Andere Sprachen

MyLeoNes™ wird geladen…