Industrie, Migration und das Ende der Sklaverei im 19.… — 11–13
Fabriken, Arbeiter, Auswanderung und die Etappen der Abschaffung der Sklaverei. Geschichte, 11–13 Jahre.
Fabriken, Züge und Arbeiter
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts industrialisierte sich Portugal langsam. Es entstanden Straßen, Eisenbahnen – die erste Linie eröffnete 1856 – und Fabriken, vor allem in Lissabon und Setúbal (Konserven, Kork) sowie in Porto und Guimarães (Textilien, Gerbereien). Eine neue Klasse trat auf: die Fabrikarbeiter, die gegen Lohn arbeiteten, lange Tage und unter harten Bedingungen.
Warum so viele Menschen gingen
Die meisten Portugiesen lebten auf dem Land, auf kleinen, armen Feldern, und viele Familien konnten nicht allein von dem leben, was sie anbauten. Deshalb zogen viele in die Industriestädte, und viele andere wanderten aus, vor allem nach Brasilien, auf der Suche nach Arbeit. Das Geld, das Auswanderer nach Hause schickten, half den Familien, die blieben.
Ein typischer Fall: vom Dorf im Minho nach Brasilien
Stell dir eine Familie aus dem Minho vor (ein typischer Fall, keine reale Person). Schritt 1: Das Land bringt wenig, und es gibt viele Kinder. Schritt 2: Der älteste Sohn fährt per Schiff von Porto nach Brasilien, wo er im Handel arbeitet. Schritt 3: Er schickt jeden Monat Geld nach Hause. Schritt 4: Mit dem Geld kauft die Familie Land und verbessert das Haus – und manchmal geht auch ein weiterer Bruder.
Die Falle: die Sklaverei an einem einzigen Tag abzuschaffen
Das Ende der Sklaverei geschah nicht an einem einzigen Tag. 1836 wurde der Handel mit versklavten Menschen in den Kolonien verboten; 1869 wurde die Sklaverei im gesamten portugiesischen Gebiet abgeschafft, doch die früher Versklavten wurden zu „Libertos“, die bis 1878 weiterarbeiten mussten. Und Formen von Zwangsarbeit bestanden in den Kolonien bis ins 20. Jahrhundert fort.
Wo man das heute noch sehen kann
Diese Geschichte kannst du noch in Gebäuden wie historischen Bahnhöfen sehen, etwa São Bento in Porto, und in Museen wie dem Museu do Trabalho Michel Giacometti in Setúbal, das die Erinnerung an die Konservenfabriken bewahrt. Auch die Auswanderung geht weiter: Heute leben mehr als zwei Millionen Portugiesen außerhalb Portugals.
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