Wörter mit Abständen abrufen — Fremdsprachen, 11–13
Du behältst ein Wort besser, wenn du es mehrmals abrufst und die Abstände zwischen den Versuchen vergrößerst.
Rufe das Wort ab und warte dann
Beim verteilten Abrufen versuchst du, ein Wort aus dem Gedächtnis zu holen, statt es nur noch einmal zu lesen, und probierst es nach einer Pause erneut. Die Abstände wachsen: einige Minuten, ein Tag, drei Tage und eine Woche. Jeder erfolgreiche Abruf stärkt den Weg zum Wort.
Warum reicht bloßes Wiederlesen nicht?
Wiederlesen fühlt sich leicht an, weil die Antwort vor dir steht; ein Wort zu erkennen ist aber nicht dasselbe, wie es selbst zu bilden. Beim Abrufen muss dein Gedächtnis arbeiten. Abstände verhindern, dass eine einzige lange Lerneinheit schnell verblasst, und zeigen dir, was noch Übung braucht.
Ein Plan für fünf Wörter
Du lernst das spanische Wort „huella“, also „Fußspur“. Nach zehn Minuten deckst du es ab und rufst „huella“ aus dem Gedächtnis ab; dann wiederholst du es morgen, am dritten und am siebten Tag. Wenn du es nicht weißt, schaust du einmal nach, bildest einen Satz wie „Vi una huella“ und verkürzt den Abstand.
Die Falle: so lange lernen, bis es vertraut wirkt
Eine lange Lerneinheit kann eine Liste vertraut wirken lassen, deshalb ist es verständlich, dass du glaubst, die Wörter zu können. Am nächsten Tag sind viele weg, weil dein Gehirn das Wiedererkennen statt des Abrufens geübt hat. Ein kurzer, schwieriger Abruf hilft mehr als ein weiterer bequemer Blick auf dieselbe Seite.
Außerhalb des Unterrichts
Nutze verteiltes Abrufen für Reisesätze, Spielvokabeln, Liedtexte oder Wörter, die du für eine Nachricht brauchst. Eine Erinnerung auf dem Handy oder ein kleiner Kartenstapel genügt; eine besondere App brauchst du nicht. Am besten rufst du das Wort und seine Bedeutung in einem kurzen Satz ab.
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