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BIP und Lebensstandard — Wirtschaft, 14–17 Jahre

Was das BIP misst, warum es genutzt wird und weshalb eine größere Wirtschaft nicht automatisch bedeutet, dass es allen besser geht.

Die Grundidee

Das Bruttoinlandsprodukt, kurz BIP, addiert den Marktwert der fertigen Güter und Dienstleistungen, die in einem Land in einem Zeitraum hergestellt werden. Das BIP pro Person teilt diese Summe durch die Bevölkerung und erlaubt einen groben Vergleich der durchschnittlichen Produktion. Es ist ein nützliches Maß, beschreibt aber nicht alle Lebensbereiche.

Warum das BIP entstand

Regierungen brauchten eine gemeinsame Methode, um zu erkennen, ob die Produktion stieg, fiel oder durch eine Krise geschädigt wurde. Vor der Entwicklung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen war ein Vergleich über die Zeit schwierig. Das BIP löst das Zählproblem mit Geldwerten, lässt aber unbezahlte Arbeit, viele Umweltkosten und die Einkommensverteilung außen vor.

Eine einfache Rechnung

Nehmen wir an, ein kleines Land stellt in einem Jahr 1.000 Fahrräder zu je 200 € und 10.000 Haarschnitte zu je 20 € her. Die Fahrräder zählen 200.000 € und die Haarschnitte weitere 200.000 €, also beträgt das BIP 400.000 €. Bei 2.000 Einwohnern beträgt das BIP pro Person 400.000 € ÷ 2.000 = 200 €. Das ist Produktion pro Person, nicht das Einkommen jeder Person.

Der typische Fehler

Ein typischer Fehler ist, ein höheres BIP pro Person als Beweis zu sehen, dass alle reicher oder glücklicher sind. Das ist verständlich, weil eine Zahl Länder leicht vergleichbar macht und mehr Produktion Arbeitsplätze oder nützliche Güter bringen kann. Doch der Durchschnitt kann steigen, während vor allem wenige profitieren oder Umweltbelastung, Stress und unbezahlte Pflegearbeit zunehmen.

Wo es vorkommt

Nachrichten nutzen das BIP-Wachstum, um zu zeigen, ob eine Wirtschaft gewachsen oder geschrumpft ist. Das BIP pro Person taucht beim Ländervergleich, bei der Planung öffentlicher Ausgaben und bei Gesprächen über Lebensstandard auf. Ein guter Vergleich prüft zusätzlich Preise, Ungleichheit, Gesundheit, Bildung und Umweltschäden, denn das BIP ist nur ein Indikator.

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