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Dramatische Ironie — Theater, 14–17 Jahre

Wenn das Publikum eine wichtige Tatsache kennt, die eine Figur nicht kennt, und dadurch gewöhnliche Worte und Handlungen anders wirken.

Idee

Dramatische Ironie entsteht, wenn das Publikum etwas Wichtiges weiß, das eine Figur nicht weiß. Dann kann eine freundliche Begrüßung beunruhigend oder ein sicherer Plan zerbrechlich wirken. Die Wirkung entsteht aus dem Unterschied zwischen dem Verständnis des Publikums und dem Glauben der Figur.

Warum

Gewöhnliche Information gibt einer Szene nur eine Perspektive. Dramatische Ironie fügt eine zweite hinzu, sodass das Publikum Gefahr, Humor oder Traurigkeit früher bemerkt als die Figur. So entsteht Spannung, ohne Figuren dumm wirken zu lassen oder jedes Gefühl auszusprechen.

Durchgearbeitetes Beispiel

In einer Szene ersetzt Ana heimlich eine Geburtstagstorte durch eine mit Salz bedeckte Torte, als Scherz. Das Publikum sieht den Austausch, ihr Vater jedoch nicht. Er lobt die Torte und bittet das Geburtstagskind, das erste Stück zu nehmen. Sein Vertrauen erzeugt Spannung, weil das Publikum weiß, dass der Streich misslingen wird.

Häufige Falle

Ein häufiger Fehler ist, dem Publikum sofort jedes Geheimnis zu verraten und das Ergebnis dramatische Ironie zu nennen. Das ist nachvollziehbar, weil Autorinnen und Autoren wollen, dass das Publikum die Geschichte versteht. Der Wissensunterschied muss aber lange genug wirken, um eine Entscheidung oder einen Moment zu beeinflussen; sonst ist es nur Hintergrundinformation oder eine Überraschung.

Anwendung

Dramatische Ironie findet man in Filmen, Kriminalgeschichten und Nachrichtensatire, wenn das Publikum eine Gefahr oder einen Widerspruch früher erkennt als die sprechende Person. Sie kann auch eine komische Szene lustiger machen. Es geht nicht nur darum, mehr Fakten zu kennen; dieses Wissen muss das Erleben des Moments verändern.

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