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Latein ohne „der“ und „ein“ — Alte Sprachen, 7–10

Im Lateinischen fehlen oft die kleinen Wörter, die im Deutschen vor einem Nomen stehen. Du lernst, wie die anderen Wörter und die Situation zeigen, ob eine bestimmte Sache oder irgendeine Sache gemeint ist.

Ein kleines fehlendes Wort

Latein hat keine eigenen Alltagswörter für „der“, „die“, „das“ oder „ein“. Deshalb kann puella „ein Mädchen“ oder „das Mädchen“ bedeuten; der Rest des Satzes und die Situation helfen bei der Entscheidung.

Warum fehlen sie?

Lateinische Sprecher brauchten keine Artikel, damit ihre Sätze verständlich waren. Sie konnten etwas zeigen, benennen oder beschreiben, und die Zuhörenden beachteten die Situation; ein Artikel vor jedem Nomen kann daher eine Bedeutung erfinden.

Puella lesen

Schau den Satz Puella rosam portat an. Zuerst bedeutet puella „Mädchen“ und rosam „Rose“. Portat heißt „trägt“, also steht zunächst „Mädchen trägt Rose“; im Deutschen ergänzen wir je nach Situation „Das Mädchen trägt eine Rose“ oder „Ein Mädchen trägt die Rose“.

Nicht automatisch wählen

Ein häufiger Fehler ist, vor jedes lateinische Nomen „der“, „die“ oder „das“ zu setzen, weil ein deutscher Satz ohne Artikel unfertig klingt. Das ist verständlich, aber puella bedeutet nicht heimlich „das Mädchen“: Der Zusammenhang entscheidet.

Kurze Aufschriften und Mottos

Das sieht man auf lateinischen Etiketten, Museumstafeln und Wahlsprüchen: Oft steht dort nur ein Nomen oder eine Wortgruppe ohne Artikel. Schreibt ein Museum aqua, bezeichnet das vielleicht einfach Wasser, ohne „das Wasser“ als vollständigen Satz zu verlangen.

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