Öffentliche Meinung und Umfragen — Politische Bildung, 11–13
Wie Umfragen viele einzelne Antworten zu einem Bild der öffentlichen Meinung verbinden – und warum dieses Bild täuschen kann.
Eine Momentaufnahme, keine Wahl
Eine Umfrage fragt eine kleinere Gruppe nach ihrer Meinung und schätzt daraus die Ansichten einer größeren Gruppe. Sie ist wie eine Momentaufnahme: nützlich, aber begrenzt, weil Menschen ihre Meinung ändern können und manche Stimmen fehlen.
Warum befragt man eine Stichprobe?
Alle zu befragen würde zu viel Zeit und Geld kosten, deshalb wählen Forschende eine Stichprobe. Sie muss fair zusammengestellt sein: Fragst du nur deine Freunde, beschreibt das Ergebnis vielleicht deine Freunde, nicht die ganze Gemeinschaft.
Eine Umfrage lesen
Eine Umfrage fragt 500 Menschen, ob der Park mehr Bäume bekommen soll. 300 sagen ja, also sind es 60 Prozent. Dann prüfst du, wer wann befragt wurde und wie die Frage lautete. „60 Prozent dieser Stichprobe“ ist ehrlicher als „Alle sind dafür“.
Gewinnt die größte Zahl?
Ein häufiger Fehler ist, eine Umfrage mit einer endgültigen Zählung zu verwechseln. Das wirkt verständlich, weil eine Prozentzahl genau aussieht, doch das Ergebnis hängt von Stichprobe und Frage ab. Bei einem knappen Ergebnis ist Vorsicht nötig.
Wo Umfragen auftauchen
Umfragen begegnen dir in Nachrichten, Schulbefragungen und Fragen zu Verkehr oder Parks. Sie können zeigen, was Menschen beschäftigt, ersetzen aber weder das Zuhören bei nicht erreichten Personen noch die Prüfung von Belegen.
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