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Mehrheitsentscheidungen und Minderheitsstimmen — Politische Bildung, 7–10 Jahre

Eine Mehrheit kann einen Plan auswählen, aber eine faire Entscheidung hört auch den Menschen zu, die weniger sind.

Mehr Menschen zu sein bedeutet nicht, alle Gründe zu haben

Bei einer Gruppenentscheidung ist die Mehrheit die Seite mit mehr Unterstützern, die Minderheit die kleinere Seite. Stimmen zu zählen macht eine Wahl möglich, aber die kleinere Gruppe kann ein Problem sehen oder ein Bedürfnis haben, das die größere übersehen hat. Gute Entscheidungen achten auf Zahlen und auf die Gründe dahinter.

Warum beide Seiten gehört werden müssen

Gruppen brauchen eine Möglichkeit zu entscheiden, auch wenn nicht alle einverstanden sind; die Mehrheitsregel ist dafür praktisch. Wer aber nur auf die Gewinnerzahl schaut, kann immer dieselben Menschen verlieren lassen oder eine wichtige Folge übersehen. Minderheiten zuzuhören verbessert den Plan und hilft, ein nicht gewünschtes Ergebnis anzunehmen.

Eine Klassenaktivität auswählen

Eine Klasse mit 20 Kindern wählt zwischen einem Museumsbesuch und einem Spaziergang in der Natur. Zwölf wählen das Museum, acht den Spaziergang, also gewinnt das Museum durch die Mehrheit. Vor der endgültigen Planung fragt die Lehrerin die acht nach ihren Sorgen; ein Kind kann viele Treppen nicht bewältigen. Die Klasse prüft deshalb einen barrierearmen Weg im Museum.

Wer gewinnt, muss nicht mehr zuhören

Ein häufiger Irrtum ist, dass eine Mehrheitsabstimmung jedes Gespräch beendet: Es gab mehr Hände, also muss der Plan perfekt sein. Das wirkt fair, weil alle gleich wählen durften. Doch eine Abstimmung vergleicht Vorlieben und nicht alle praktischen Folgen; eine Frage an die Minderheit kann eine Verbesserung für die ganze Gruppe zeigen.

Wo es vorkommt

Diese Idee kommt vor, wenn eine Schule einen Ausflug wählt, ein Verein eine Aktivität bestimmt oder ein Viertel über ein gemeinsames Projekt spricht. Die gewinnende Möglichkeit muss vielleicht geändert werden, damit auch die Gegner sie sicher und fair nutzen können. Sie lehrt außerdem den Unterschied zwischen „Meine Wahl hat verloren“ und „Meine Sorgen zählen nicht“.

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