Messunsicherheit — Chemie, 14–17
Jede Messung hat eine Grenze der Genauigkeit. Du lernst, Ergebnisse ehrlich anzugeben, statt einem Messgerät mehr Sicherheit zuzuschreiben, als es leisten kann.
Was Unsicherheit bedeutet
Ein Messwert ist nie vollkommen exakt: Waage, Methode und dein Ablesen haben Grenzen. Zeigt eine Waage 2,35 g auf ein Hundertstel Gramm an, liegt die echte Masse sehr nahe bei diesem Wert, nicht an einem magisch exakten Punkt.
Warum eine Spannweite angeben?
Wissenschaftler müssen Ergebnisse vergleichen und entscheiden, ob ein Unterschied bedeutsam ist. Eine Angabe wie 10,0 ± 0,1 cm zeigt, was das Gerät hergibt; 10,000 cm würden Informationen vortäuschen, die niemand gemessen hat.
Unsicherheiten kombinieren
Du misst eine Länge von 12,0 ± 0,1 cm und eine weitere von 8,0 ± 0,1 cm. Für die Summe addierst du die Mittelwerte zu 20,0 cm und die absoluten Unsicherheiten zu 0,2 cm. Das Ergebnis lautet 20,0 ± 0,2 cm.
Die Falle: mehr Ziffern bedeutet besser
Viele Nachkommastellen wirken wissenschaftlich, besonders wenn der Taschenrechner sie anzeigt. Doch der Rechner verarbeitet nur deine Eingaben; er kann keine Genauigkeit erzeugen, die das Messgerät nicht geliefert hat.
Wo sie gebraucht wird
Im Labor hilft dir die Unsicherheit zu beurteilen, ob zwei Methoden wirklich unterschiedliche Ergebnisse liefern. Ingenieure nutzen sie beim Prüfen von Werkstoffen, und Apotheker bei der Kontrolle von Dosierungen.
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