Atomökonomie — Chemie, 14–17
Die Atomökonomie vergleicht, wie viel von den Ausgangsstoffen im nützlichen Produkt landet. Sie hilft dir, Reaktionen mit weniger Abfall auszuwählen.
Was Atomökonomie bedeutet
Eine Reaktion kann das gewünschte Produkt bilden und trotzdem viele Atome der Ausgangsstoffe wegwerfen. Die Atomökonomie fragt, welcher Prozentsatz der Atome aus den Edukten im gewünschten Produkt steckt. Ein hoher Wert bedeutet von Anfang an weniger Abfall.
Warum Chemiker sie verwenden
Lange konzentrierten sich Chemiker vor allem darauf, dass eine Reaktion funktionierte. Die Industrie musste später für ungenutzte Atome zahlen, unerwünschte Stoffe abtrennen und entsorgen. Die Atomökonomie stellt eine schnelle Frage: Lässt sich dasselbe Produkt mit weniger Nebenprodukten herstellen?
Sie berechnen
Nimm A + B → C + D mit relativen Formelmassen 40 + 60 → 80 + 20 an. Wenn C das gewünschte Produkt ist, addiere die Massen der Edukte: 40 + 60 = 100. Teile die Produktmasse durch diese Summe und multipliziere mit 100: 80/100 × 100 = 80 %. Die übrigen 20 % gehören zu D.
Atomökonomie ist nicht die Ausbeute
Ein häufiger Irrtum ist: Eine Reaktion mit 95 % Ausbeute sei automatisch umweltfreundlicher als eine mit 70 %. Das ist verständlich, denn die Ausbeute sagt, wie viel vom möglichen Produkt du tatsächlich gesammelt hast. Die Atomökonomie beschreibt den Reaktionsentwurf, die Ausbeute das Versuchsergebnis; beides zählt.
Wo sie verwendet wird
Pharmaunternehmen nutzen die Atomökonomie, um Herstellungswege für Medikamente auszuwählen. Ein Weg, bei dem mehr Ausgangsatome im Medikament landen, kann große Mengen an Salzen, Lösungsmitteln und Abfall vermeiden. Das ist nicht das einzige Kriterium: Auch Sicherheit, Kosten, Energie und Zuverlässigkeit müssen geprüft werden.
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