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Hardy-Weinberg-Gleichgewicht: ein Vergleichsmaß für Evolution — 14–17

Das Hardy-Weinberg-Gleichgewicht beschreibt eine Population, in der Allelhäufigkeiten konstant bleiben, weil keine Evolutionskraft sie verändert. Es liefert einen Vergleichsmaßstab für reale Populationen.

Eine Population, die sich nicht entwickelt

Stell dir eine ideale, sehr große Population vor, in der Paarungen zufällig stattfinden und keine Mutation, Migration oder natürliche Selektion wirkt. Dann bleiben die Anteile von Allelen und Genotypen von Generation zu Generation gleich. Das ist ein Vergleichsmodell, keine Behauptung über perfekte reale Populationen.

Warum ein unmögliches Modell verwenden?

Ein Vergleichsmaßstab macht Veränderungen sichtbar. Weicht eine reale Population von den erwarteten Hardy-Weinberg-Anteilen ab, ist möglicherweise mindestens eine Bedingung verletzt: Selektion, Migration, Mutation, Zufall oder nicht zufällige Paarung. Das Modell erklärt nicht jede Ursache, zeigt aber, wo du suchen kannst.

Erwartete Genotypen berechnen

Nimm an, das Allel A hat die Häufigkeit p = 0,6, also hat a q = 0,4. Die erwarteten Genotyphäufigkeiten sind AA = p² = 0,36, Aa = 2pq = 0,48 und aa = q² = 0,16. Bei 1.000 Individuen ergibt das 360 AA, 480 Aa und 160 aa.

Kein Evolutionsgesetz

Du könntest denken, die Gleichungen sagten voraus, wie jede Population aussehen muss. Das ist verständlich, weil die Zahlen genau wirken; tatsächlich sind es Bedingungen geknüpfte Vorhersagen. Weichen Beobachtungen ab, deutet das auf eine verletzte Bedingung hin, nicht auf einen falschen Rechenweg.

Ein Werkzeug für Populationsstudien

Biologinnen und Biologen vergleichen damit Allel- und Genotypdaten realer Populationen. Eine medizinische Untersuchung kann etwa prüfen, ob eine rezessive Krankheit häufiger als erwartet ist; im Naturschutz sucht man nach Anzeichen von Inzucht oder jüngerer Migration. Das Modell hilft bei Fragen, ersetzt aber keine Belege.

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