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Zeichnen mit Raster — Kunst, 11–13

Du überträgst ein Bild mit einem Raster sorgfältig, Quadrat für Quadrat, ohne jede Proportion erraten zu müssen.

Idee

Beim Zeichnen mit Raster legst du ein leichtes Netz aus Quadraten über das Vorbild und eines auf dein Papier. Du überträgst, was jedes Quadrat durchquert, statt das ganze Bild auf einmal zu merken. Am Ende radierst du die Hilfslinien weg.

Wozu dient es?

Künstler nutzen ein Raster, wenn Formen und Positionen eines Bildes genau erhalten bleiben sollen, besonders beim Vergrößern oder Verkleinern. Ohne Raster verschiebt dein Blick leicht ein Detail: Ein Auge rutscht hoch, ein Dach wird breiter oder eine Hand kleiner. Das Raster macht aus einer schwierigen Entscheidung viele kleine Vergleiche.

Beispiel

Das Vorbild ist 12 cm breit und hat ein Raster mit 4 Spalten und 3 Reihen, also ist jedes Quadrat 3 cm breit. Auf einem 24 cm breiten Blatt zeichnest du dieselben vier Spalten und drei Reihen; jedes Quadrat ist nun 6 cm breit. Im oberen linken Quadrat überträgst du die Kurve an ihren Schnittstellen und machst so weiter, bis du das Raster radierst.

Typischer Fehler

Ein häufiger Fehler ist, das Objekt aus dem Gedächtnis zu zeichnen, statt zu prüfen, wo es in jedes Quadrat hinein- und herausläuft. Das fühlt sich natürlich an, weil dein Gehirn eine Katze oder ein Gesicht als sinnvolles Ganzes erkennt. Doch Erkennen ergänzt fehlende Details, während das Raster die wirkliche Form verlangt. Vergleiche Kanten und leere Flächen weiter.

Außerhalb der Schule

Ein Raster hilft dir, ein großes Plakat aus einer kleinen Skizze zu malen, eine Karte auf eine Wand zu übertragen oder ein Muster für ein Kostüm zu vergrößern. Auch bei einem Wandbild kannst du damit planen, ohne ständig zurückzutreten und zu raten, ob die Hauptformen noch zusammenpassen. Es sorgt für Genauigkeit, wählt aber weder Thema noch Stil.

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