Verkürzung — Kunst, 11–13
Du lernst, warum eine Form, die auf dich zeigt, viel kürzer wirken kann und wie du diese Veränderung überzeugend zeichnest.
Eine Form, die auf dich zeigt
Eine Verkürzung entsteht, wenn ein Gegenstand oder Körperteil auf dich zu oder von dir weg zeigt. Seine Länge verläuft in die Tiefe, deshalb ist auf dem Blatt weniger davon sichtbar. Ein ausgestreckter Arm kann wie eine kurze Form mit einer großen Hand aussehen, obwohl der echte Arm lang ist.
Warum Zeichnungen das brauchen
Ein flaches Blatt muss eine dreidimensionale Welt andeuten. Ohne Verkürzung wirkt jeder Arm, jede Straße und jede Schachtel wie von der Seite gesehen, als käme nichts näher oder entfernte sich. Künstler entwickelten dafür Mittel, weil nahe Teile größer und ferne Teile kleiner erscheinen sollen.
Eine ausgestreckte Hand zeichnen
Stell dir eine Hand vor, die gerade auf dich zukommt. Zeichne zuerst die Handfläche als breites Oval, weil sie dir am nächsten ist. Dahinter setzt du das Handgelenk als viel kleinere Form und lässt den Unterarm auf dem Weg zum Ellbogen schmaler werden. Zeichne die Finger über die Handfläche, nicht als fünf lange Streifen: Auch ihre sichtbare Länge ist verkürzt.
Der verständliche Fehler
Der naheliegende Fehler ist, die ganze Seitenlänge eines Gegenstands zu zeichnen, weil du seine echte Größe kennst. Das ist verständlich: Dein Gehirn speichert die Größe, nicht den wechselnden Anblick vor deinen Augen. Vertraue dem gewählten Blickwinkel, auch wenn die kurze Form zu klein wirkt.
Wo das vorkommt
Verkürzungen siehst du in Superheldencomics, Sportfotos, Filmstoryboards und Spielfiguren, die etwas auf die Betrachtenden zu strecken. Sie helfen auch bei einem Zug, der auf dich zukommt, oder bei einem schräg geöffneten Buch. Es geht nicht um zufälliges Verformen, sondern darum, Entfernung durch sichtbare Größe zu zeigen.
Weiter erkunden
Andere Sprachen
MyLeoNes™ wird geladen…