Tonwert und Tonumfang — Kunst, 14–17 Jahre
Der Tonwert zeigt, wie hell oder dunkel eine Farbe wirkt. Eine kontrollierte Tonwertspanne lässt ein Bild Form, Raum und Schwerpunkt zeigen.
Idee
Der Tonwert beschreibt, wie hell oder dunkel etwas erscheint, auch wenn sich die Farbe ändert. Ein roter und ein blauer Gegenstand können denselben Tonwert haben, während eine Farbe von Licht bis Schatten reicht.
Warum es wichtig ist
Kunstschaffende brauchen Tonwerte, weil Farbe allein Volumen und Entfernung nicht zuverlässig zeigt. Bevor Kameras und farbige Materialien verbreitet waren, nutzten Maler und Druckgrafiker Hell-Dunkel-Wechsel, um Flächen körperlich wirken zu lassen und den Blick zu führen.
Beispiel Schritt für Schritt
Zeichne eine graue Kugel mit fünf Tonwerten: weißes Glanzlicht, Hellgrau, Mittelgrau, Dunkelgrau und fast schwarzer Schlagschatten. Setze das Glanzlicht zur Lampe, gehe allmählich zum Mittelgrau über und lege den dunkelsten Schatten auf die gegenüberliegende Seite und unter die Kugel.
Typischer Fehler
Ein häufiger Fehler ist, jeden Schatten tiefschwarz und jedes Licht reinweiß zu machen. Das wirkt logisch, weil starker Kontrast dramatisch erscheint; echtes Licht hat jedoch meist mehrere Abstufungen, und zu viel Schwarz kann eine Form flach statt rund wirken lassen.
Außerhalb der Schule
Fotografinnen und Fotografen steuern mit Belichtung und Kontrast die Tonwertspanne eines Bildes. Filmschaffende nutzen helle und dunkle Bereiche für Stimmung oder einen hervorgehobenen Blick, während Tätowierer und digitale Künstler Volumen ohne veränderte Umrisse andeuten.
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