Untermalung — Kunst, 14–17
Die erste Schicht eines Gemäldes: eine geplante Struktur aus Farben und Helligkeitswerten unter dem fertigen Bild.
Ein Gemälde kann mit einem verborgenen Plan beginnen
Eine Untermalung ist eine frühe Schicht, die die großen Beziehungen von Hell, Dunkel und Farbe festlegt, bevor die letzten Details entstehen. Sie kann sichtbar bleiben oder später größtenteils übermalt werden. Stell sie dir als Festlegung von Licht und Atmosphäre des ganzen Gemäldes vor, bevor du seine Oberflächen ausarbeitest.
Warum darunter anfangen?
Wenn du jedes Objekt von Anfang an einzeln malst, kannst du das gemeinsame Licht der Szene verlieren und Zeit in Farben investieren, die nicht zusammenpassen. Die Untermalung löst dieses Problem: Ordne zuerst das ganze Bild und verfeinere es danach. Korrekturen werden ebenfalls leichter, weil die Hauptstruktur früh sichtbar ist.
Eine warme Untermalung für einen kühlen Raum
Male einen einfachen Raum mit einer blauen Lampe und einem weißen Tisch. Bedecke die Leinwand zuerst mit einer dünnen Ockerlasur; setze den dunkelsten Türbereich auf etwa Wert 2 einer Skala von 1 bis 10 und die beleuchtete Wand auf etwa Wert 8. Füge Lampe und Tisch danach hinzu. Die warme Schicht, die stellenweise durchscheint, kann die kühle Farbe leuchtend statt kreidig wirken lassen.
Es ist kein Umriss zum Ausmalen
Am Anfang kann man jeden Gegenstand sorgfältig zeichnen und ihn dann mit seiner Eigenfarbe ausfüllen. Das wirkt logisch, weil Gegenstände Namen und eigene Grenzen haben; ein Gemälde wird aber durch gemeinsames Licht zusammengehalten, nicht durch Bezeichnungen. Lass die Untermalung breit genug über Gegenstände hinweggehen, wenn derselbe Schatten oder Glanz zur ganzen Szene gehört.
Wo sie vorkommt
Untermalung ist bei Öl-, Acryl- und digitaler Malerei nützlich, auch wenn sich die Materialien unterschiedlich verhalten. Ein Concept Artist für Filme kann eine ganze Landschaft zuerst in einem dunklen oder warmen Durchgang anlegen, bevor Architektur und Figuren dazukommen. Digitale Kunstschaffende nutzen dieselbe Logik mit groben Ebenen: Sie lösen Komposition, Licht und Stimmung, bevor sie Oberflächen ausarbeiten.
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