Sättigung — Kunst, 14–17 Jahre
Sättigung beschreibt, wie kräftig oder gedämpft eine Farbe ist. Sie zu verändern kann Ebenen trennen, Stimmung erzeugen und Aufmerksamkeit lenken, ohne den Grundfarbton zu ändern.
Idee
Eine gesättigte Farbe wirkt kräftig und liegt nahe an ihrem reinen Farbton; eine weniger gesättigte wirkt weicher, grauer oder gedämpft. Sättigung ist nicht dasselbe wie Tonwert: Ein leuchtendes Rot kann stark gesättigt sein, ein blasses Rot hell, aber weniger intensiv.
Warum es wichtig ist
Kunstschaffende steuern die Sättigung, weil gleich intensive Farben dem Blick keinen Ruhepunkt und keinen Vergleich lassen. Schon lange dämpfen Maler entfernte oder weniger wichtige Bereiche für atmosphärische Tiefe und bewahren kräftige Farben für das Hauptmotiv.
Beispiel Schritt für Schritt
Stell dir ein Plakat mit einem gelben Fahrrad als Motiv vor. Lass das Gelb stark gesättigt, mische etwas Grau in den roten Hintergrund und nutze für entfernte Gebäude ein noch gedämpfteres Blaugrau; so zieht das Fahrrad den Blick an, ohne seinen Umriss zu verändern.
Typischer Fehler
Ein häufiger Fehler ist die Annahme, mehr Sättigung mache ein Bild immer besser oder realistischer. Kräftige Farben wirken anziehend, doch ein Bild voller Höchstwerte ermüdet und verliert eine hilfreiche visuelle Rangordnung.
Außerhalb der Schule
In einem Handyfoto kann weniger Sättigung ruhig oder dokumentarisch wirken, mehr Sättigung dagegen Essen, Kleidung oder eine Spielwelt energiegeladen erscheinen lassen. Auch Werbung setzt oft eine kräftige Farbe gegen eine gedämpfte Umgebung, damit ein Produkt auffällt.
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