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Proportion — Kunst, 14–17 Jahre

Proportion ist das Größenverhältnis zwischen Teilen eines Bildes oder Gegenstands. Sie lässt Figuren, Gebäude und erfundene Formen glaubwürdig, bewusst gestaltet oder absichtlich seltsam wirken.

Die Grundidee

Proportion vergleicht Teile miteinander, nicht nur mit einem Lineal. Bei einem Gesicht hängt der Abstand der Augen mit der Breite der Nase zusammen; bei einem Gebäude stehen die Fenster zur Wand in Beziehung. Wird ein Verhältnis geändert, wirkt das Ganze anders.

Warum man es braucht

Beim Zeichnen nach Beobachtung muss eine praktische Frage gelöst werden: Wie kann ein flaches Bild einen überzeugenden Körper oder Gegenstand zeigen? Jedes Teil einzeln zu messen ist langsam und kann trotzdem zu Unstimmigkeiten führen. Verhältnisse zu vergleichen gibt schnell Struktur; sie zu brechen kann Übertreibung oder Fantasie ausdrücken.

Durchgearbeitetes Beispiel

Nehmen wir an, ein Porträt ist 24 cm hoch. Du setzt die Augen 8 cm vom oberen Rand, die Nase 13 cm und den Mund 17 cm nach unten. Vergleiche jede Position mit dem ganzen Gesicht und prüfe dann die Breiten: Ist die Nase doppelt so breit wie beobachtet, korrigiere dieses Verhältnis statt den ganzen Kopf zu verkleinern.

Der häufige Irrtum

Ein häufiger Fehler ist die Annahme, realistische Kunst bedeute, eine auswendig gelernte Formel zu kopieren, etwa eine feste Zahl von Kopflängen für jeden Körper. Das scheint sinnvoll, weil Formeln einen klaren Anfang geben. Körper unterscheiden sich nach Alter, Haltung und Blickwinkel; Beobachtung muss die Formel prüfen.

Außerhalb der Schule

Figurendesigner nutzen Proportionen, damit ein Held mächtig, ein Kind jung oder ein Wesen beunruhigend wirkt. Architektur- und Produktdesign beziehen Türen, Bildschirme und Griffe auf den menschlichen Körper. Solche Entscheidungen beeinflussen, ob etwas brauchbar, vertrauenswürdig oder seltsam erscheint.

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