Performancekunst — Kunst, 14–17
Kunst, die durch eine Handlung in der Zeit entsteht, wobei Körper, Publikum, Ort und Ereignis ebenso wichtig sein können wie ein Gegenstand.
Was Performancekunst ist
Performancekunst macht eine geplante oder teilweise improvisierte Handlung zum Kunstwerk. Sie kann Sekunden oder Stunden dauern, einmal stattfinden oder wiederholt werden und keinen dauerhaften Gegenstand hinterlassen. Bedeutung entsteht durch die Handlung, den Ort und die Reaktion der Menschen.
Warum Künstler Performance nutzen
Viele Künstler wandten sich der Performance zu, weil ein fertiger Gegenstand in einer Galerie vom wirklichen Leben und vom Körper des Künstlers getrennt wirken konnte. Seit den 1960er-Jahren fragten Performances, wer Kunst machen darf, wo sie stattfinden kann und ob ein Kunstwerk gekauft oder aufbewahrt werden muss.
Eine Performance mit Timer
Plane eine zehnminütige Handlung, bei der du 30 Bücher einzeln schweigend von einer Raumseite zur anderen trägst. Die wiederholte Anstrengung, die Zeitgrenze und das zuschauende Publikum machen aus dem gewöhnlichen Tragen ein Ereignis. Auch wenn du die Bücher danach zurückstellst, war die Handlung das Kunstwerk.
Die Falle: Alles kann Performance sein
Es ist verständlich zu fragen, warum eine Alltagshandlung Kunst sein soll, wenn sie jeder ausführen kann. Der entscheidende Unterschied ist die bewusste Setzung: Der Künstler bestimmt Bedingungen, Dauer, Ort oder Publikum, damit die Handlung betrachtet werden kann. Ohne diese Entscheidung ist Büchertragen meist einfach Büchertragen.
Performance im öffentlichen Leben
Performanceideen finden sich im Theater, in Konzerten, Protestaktionen, Zeremonien, im Sport und in sozialen Medien. Ein Flashmob, ein stiller Marsch oder ein sorgfältig inszenierter Livestream nutzt Körper, Zeit und Publikum. Etwas Performance zu nennen macht es nicht automatisch zu Kunst; Zweck und Setzung bleiben wichtig.
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