Negativraum — Kunst, 14–17 Jahre
Negativraum ist der Bereich um ein Motiv und zwischen seinen Teilen. Ihn als Form zu sehen, kann Zeichnung, Gleichgewicht und Bildaufbau genauer machen.
Idee
Negativraum ist nicht „nichts“, sondern die Form, die um oder zwischen den Hauptformen entsteht. In der Zeichnung eines Stuhls sind die Lücken unter der Sitzfläche und zwischen den Beinen Formen, die man beobachten, messen und gestalten kann.
Warum es wichtig ist
Kunstschaffende achten auf leere Bereiche, weil der Verstand bei einem bekannten Gegenstand ergänzt, was er erwartet. Wer sich auf die Lücken konzentriert, rät weniger und kann Kanten, Proportionen und Gleichgewicht des ganzen Bildes besser verbinden.
Beispiel Schritt für Schritt
Stelle eine Tasse auf einen Tisch und zeichne nicht zuerst die Tasse. Betrachte die Lücke zwischen Henkel und Körper, den ovalen Leerraum im Henkel und den Bereich darüber; skizziere diese drei Lücken und lass ihre Ränder die Tasse bestimmen.
Typischer Fehler
Ein verständlicher Fehler ist, leeren Raum als übrig gebliebenen Hintergrund zu behandeln. Weil das Motiv wichtiger wirkt, übersieht man seine Lücken leicht; verändert man jedoch eine davon, ändern sich scheinbare Größe und Position des Motivs.
Außerhalb der Schule
Grafikdesigner nutzen Negativraum, damit ein Logo auch klein verständlich bleibt. Architektinnen und Architekten planen Räume um Gebäude, und Fotografierende lassen um eine Person oder einen Gegenstand Luft, damit das Bild ruhig, gespannt oder gerichtet statt überfüllt wirkt.
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