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Verkürzung — Kunst, 14–17 Jahre

Bei einer Verkürzung wirkt ein Teil eines Motivs kürzer, weil er auf die betrachtende Person zu- oder von ihr wegzeigt. So wirken Zeichnungen und Gemälde körperhaft statt flach.

Was eine Verkürzung bewirkt

Stell dir vor, du blickst an einem Tisch entlang: Seine lange Fläche kann fast wie eine schmale Form aussehen. In einer Zeichnung wirkt ein auf dich gerichteter Arm oder ein Bein genauso; die sichtbare Länge wird verkürzt, obwohl sich das echte Körperteil nicht verändert.

Warum man sie braucht

Kunstschaffende stellten fest, dass die gewöhnliche Form eines Gegenstands falsch wirken kann, wenn er auf uns zu zeigt. Die Verkürzung löst das Problem, indem sie die kleinere sichtbare Form zeigt, die durch die Blickrichtung entsteht.

Ein ausgestreckter Arm

Zeichne eine Person, die auf dich zeigt. Markiere zuerst Schulter und Hand und verbinde sie mit einer Mittellinie. Die Hand kann fast so breit wie der Kopf sein, aber nur halb so lang wie ein seitlich gesehener Arm; zeichne überlappende Formen für Ober- und Unterarm. So wird Tiefe sichtbar.

Die Falle der gewohnten Form

Ein häufiger Fehler ist, jedes Körperteil in seiner normalen Länge und Breite zu zeichnen, obwohl es auf die betrachtende Person zeigt. Das ist verständlich, weil wir wissen, wie ein Arm von der Seite aussieht. Ein Bild hält aber fest, was das Auge empfängt, nicht das vollständige Objekt aus dem Gedächtnis.

Wo sie vorkommt

Verkürzungen sieht man in Sportfotos, Comicfiguren, Animationen und Plakaten mit einer Hand, die auf uns zukommt. Sie helfen auch beim Planen einer Skulptur oder beim Fotografieren, weil der Blickwinkel die scheinbare Größe jedes Teils verändert.

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