Ausschnitt und Bildrahmen — Kunst, 14–17
Wie die Entscheidung, was in ein Bild hinein- oder aus ihm herausfällt, Bedeutung, Spannung und Aufmerksamkeit verändert.
Was ein Ausschnitt bewirkt
Ausschnitt bedeutet, zu entscheiden, wo ein Bild endet. Dasselbe Foto kann ruhig, eng, geheimnisvoll oder dringend wirken, je nachdem, was du entfernst und was du an den Rändern lässt; der Rahmen gehört zur Aussage und ist nicht nur ein Rand.
Warum Künstler Bilder beschneiden
Künstler beschneiden Bilder, weil eine wirkliche Szene meist mehr Informationen enthält, als ein Bild gebrauchen kann. In Malerei, Fotografie und Film wurde der Bildrahmen zu einer Möglichkeit, Aufmerksamkeit zu lenken und anzudeuten, dass das Leben jenseits des sichtbaren Randes weitergeht, statt alles gleich stark zu zeigen.
Ein Ausschnitt verändert die Geschichte
Stell dir ein Foto von einer laufenden Person neben einem geschlossenen Tor vor, dahinter eine breite Straße. Ein enger Ausschnitt mit nur Person und Tor lässt die Szene blockiert wirken. Nimm die offene Straße dazu, und dieselbe Person scheint nun vor einer Entscheidung zu stehen.
Die Falle: Beschneiden ist nur Wegschneiden
Es ist verständlich zu denken, Beschneiden entferne nur störendes Material, besonders beim Bearbeiten eines Handyfotos. Doch jedes entfernte Detail verändert Hinweise auf Ort, Größe und Ursache, und jeder Rand wird zu einer neuen Entscheidung. Schneide wegen der Aussage, nicht nur wegen der Ordnung.
Ausschnitte außerhalb des Ateliers
Ausschnitte prägen Nachrichtenfotos, Filmszenen, Profilbilder, Karten und Werbung. Eine Überschrift neben einem engen Ausschnitt kann eine Menge wütend oder ein Produkt größer erscheinen lassen. Wenn du ein Bild siehst, frag dich, was der Rahmen zeigt und was er fernhält.
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